Ist selber Schnaps brennen einfach?

Lassen wir einmal den rechtlichen Aspekt bei Seite. Wer gerne selber Schnaps brennen will, der muss sich auch mit der jeweils gültigen rechtlichen Situation auseinandersetzen. Während das selber brennen etwa in Ungarn komplett legal ist, darf man in Deutschland mit einer Distille mir 0,5 Litern selber Schnaps brennen. In Österreich darf man eine Distille mit 2 Litern Fassungsvermögen legal erwerben.

Aus was macht man Schnaps?

Schnaps ist nichts anderes als Alkohol in dem Aromastoffe gelöst sind. Aber wie macht man eigentlich Schnaps und was bedeutet Brennen in diesem Zusammenhang? Die Schnapsherstellung ist keine hohe Wissenschaft und eigentlich ganz einfach. Hier einmal ganz einfach die wichtigsten Schritte bei der Schnapsherstellung.

Die Maische

Alkohol wird von Hefe-Bakterien erzeugt. Diese Bakterien ernähren sich von Zucker und wandeln ihn in Alkohol um. Will man selber Schnaps brennen, dann muss man eine zuckerhaltige Lösung herstellen und Hefe zusetzen. Grundsätzlich reicht es aus, Wasser mit Zucker zu verwenden. Der daraus resultierende Alkohol wird später dazu verwendet Schnaps anzusetzen. Normalerweise wird aber Fruchtzucker, direkt aus den Früchten verwendet. Will man Marillenschnaps selbst brennen, dann setzt man eine Marillenmaische an. Man mischt in etwa 1 kg gewaschene und entkernte Marillen mit 1-2 Litern Wasser und 1 kg Zucker, Das Ganze wird mit dem Stabmixer zu einer glatten Masse zerkleinert. Zuletzt kommt die Hefe hinzu und es wird umgerührt.

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Die Gärung

Die Hefe beginnt in der Maische zu arbeiten und verarbeitet Frucht- und zugesetzten Zucker zu Alkohol. Je nach äußeren Umständen und der Hefe hat die Hefe nach 2, oder mehr Wochen einen Alkoholgehalt vom 30-40%, oder sogar mehr. Während der Gärung sollte kein Sauerstoff an die Maische gelangen. Es gibt dazu eigene Behälter, die im Deckel ein Loch haben, in das ein Gärspund gesteckt wird. Das ist ein kleines Plastikteil, das mit Wasser gefüllt wird und wie ein Syphon funktioniert. Es lässt das CO², das bei der Gärung entsteht entweichen, verhindert aber, dass Luft an die Maische gelangt.

Das Brennen

Ist die Gärung abgeschlossen, wird die Maische gebrannt. Selber Schnaps brennen ist nichts anderes, als Destillation. Man erhitzt die Maische behutsam und fängt den Dampf ein, der im Kühler der Destille abgekühlt wird und kondensiert. Zu Beachten sind allerdings die jeweiligen Temperaturen und die Phasen beim Brennen. Beim Erwärmen erreicht die Maische nach und nach die Siedepunkte der verschiedenen Bestandteile. Zwischen 70 und 80° Celsius lösen sich unerwünschte Stoffe, wie etwas Methanol. In der ersten Phase des Schnapsbrennens kommt der sogenannte Vorlauf.

Vorlauf – Hauptlauf – Nachlauf

Den Vorlauf, der zu Beginn des Destillierens kondensiert kann nicht verwertet werden und ist giftig. Man erkennt ihn recht einfach am Geruch, der an Nagelackentfernen, oder Lackverdünnung erinnert. Nach dem Vorlauf, bei etwa 80 bis 90° Celsius kondensiert beim selber Schnaps Brennen, der Hauptlauf. Hier ist der eigentliche Schnaps, der allerdings zu beginn etwa 60% Alkohol enthält, also noch nicht trinkbar ist. Der Alkoholgehalt wird immer geringer, bis schließlich der Hauptlauf zu Ende ist. Jetzt beginnt der Nachlauf. Aus der Maische lösen sich immer mehr Öle und der Alkohlgehalt sinkt. Auch der Nachlauf lässt sich kaum verwerten, kann theoretisch aber erneut destilliert werden.

Selber Schnaps brennen

Schnaps brennen ist ein weit verbreitetes Hobby. Die Mengen, die man privat herstellen kann, sind überschaubar. Allerdings kann man nicht nur eine sehr hohe Qualität erzielen, sondern auch den Alkoholgehalt selbst bestimmen und Früchte verarbeiten, die man sonst nur schwer als Schnaps erhält. Der Brennvorgang ist nicht schwierig. Man hat wenig zu tun, außer immer wieder den Alkoholgehalt und die Qualität des Destillats zu beurteilen. Ansonsten kann man entspannt neben seiner Distille sitzen und selber Schnaps brennen.

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