Selbst wickeln, oder Fertig Coils?

Das Rauchen von Tabak hat eine Jahrhunderte alte Tradition. In Amerika war der Konsum der getrockneten Tabakblätter weit verbreitet und gelangte mit Christoph Columbus schließlich auch nach Europa. Seit dem 16 Jahrundert hat sich das Rauchen immer weiter verbreitet. Bereits am Beginn gab es Widerstand gegen den Konsum der Genussdroge. Allerdings konnte das die Ausbreitung nicht stoppen. Erst Anfang dieses Jahrtausends gelang es, den Siegeszug zu bremsen. Die WHO hat 2004 ein Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs herausgebracht. Gesundheitliche Risiken, die direkt mit dem Rauchen im Zusammenhang stehen, haben dazu den Ausschlag gegeben. Eine alternative Möglichkeit stellt das Dampfen da. Es wird dabei eine Flüssigkeit verdampft. Gegenüber dem Rauch hat der Dampf gesundheitliche Vorteile. Zwar gibt es noch keine Langzeitstudien, aber der aktuelle Stand der Forschung weist das Dampfen klar als gesündere Alternative zum Rauchen aus. Wer sich damit eingehender beschäftigt gelangt früher, oder später zu der Frage, ob er selbst wickeln, oder fertig Coils einsetzen soll. Was sind die Vor- und Nachteile?

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Zigaretten sind tödlich. Das Verbrennen führt zur Bildung giftiger Inhaltsstoffe. Ein Umstieg auf das Dampfen ist aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung

Coils

Coils nennt man die Verdampferköpfe der E-Zigaretten. Sie bestehen aus einem gewickelten Draht und einem Transportmedium für das Liquid. Je nach Bauart wird das Liquid mittels Kapillareffekt über Glasfasern, oder einen Docht zur Spule geleitet, oder durch Unterdruck angesaugt. Die Wicklung ist mit dem Akku verbunden. Betätigt man den Knopf am Akkuträger, dann fließt Strom durch den gewickelten Draht. Je dünner der Draht ist, umso mehr Widerstand hat er. Dadurch erhitzt er sich und verdampft dadurch das Liquid. Der Coil ist also die zentrale Einheit der E-Zigarette. In den Verdampferkopf wird das Liquid aus dem Tank transportiert und verdampft. Damit entscheidet der Coil auch über die Qualität und die Menge des Dampfes.

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Die Verdampferköpfe bilden die zentale Einheit beim Dampfen

Dampfentwicklung

Durch verschiedene Materialien, die den Docht formen, wird eine unterschiedliche Menge an Liquid zur Heizspirale befördert. Der Docht, bzw. in den meisten Fällen die Watte, läuft innen durch den gewickelten Draht. Je größer also der Innendurchmesser, umso mehr Liquid kann verdampft werden. Außerdem entscheidet die Anzahl der Wicklungen über die Länge des Drahtes, der sich erhitzt. Auch damit kann die Dampfmenge reguliert werden. Die Dicke spielt dann, zusammen mit der Leistung, die der Akku liefert, eine Rolle, wenn es darum geht, wie schnell sich der Dampf entwickelt. In der Praxis bedeutet das, ob man länger, oder nur kurz auf den Knopf am Akkuträger drücken muss.

Verschleißteil

Neben dem Liquid, das ja verdampft wird und daher immer wieder nachgefüllt werden muss, ist der Verdampferkopf der einzige echte Verschleißteil an der E-Zigarette. Die Temperatur des Drahtes und die Säure, die im Liquid enthalten sind, entscheiden über die Lebensdauer. Auch die Watte, die das Liquid transportiert, verliert mit der Zeit ihre ursprünglichen Eigenschaften. Sie trocknet aus und fördert das Liquid nicht mehr in ausreichender Menge zur Wendel. Was sich zuerst in einer geringeren Dampfmenge bemerkbar macht, führt schließlich zum sogenannten Dry Hit. Die trockene Watte tut das, was bei der Tabakzigarette ständig passiert. Sie verbrennt und reizt die Atemwege des Dampfers. Damit es nicht zum Dry Hit kommt, muss der Coil regelmäßig ausgetauscht werden.

Kostenfaktor

Wer täglich dampft, muss den Verdampferkopf bereits nach ein paar Tagen austauschen. Sobald sich der Geschmack verändert, oder die Dampfmenge zurückgeht, sind das sichere Zeichen, den Coil zu tauschen. Die Kosten liegen bei einem fertigen Coil bei etwa 1-3 Euro pro Stück. Vergleicht man das mit dem Preis für Zigaretten, dann erscheinen die Kosten sehr gering. Trotzdem sind die Coils als regelmäßige Investition, ein Bereich, in dem man Geld sparen kann. Coils selber wickeln ist auf Dauer nämlich billiger, als regelmäßig Fertig Coils zu kaufen. Aber das ist nicht der einzige Grund dafür, die Verdampferköpfe selbst herzustellen.

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Das selbst Wickeln der Verdampferköpfe ist nicht schwierig und ermöglicht mehr Individualismus beim Dampfen

Selber wickeln – Die Vorteile

Tatsächlich überwiegen bei der Verwendung selbstgewickelter Coils die Vorteile. Man kann dadurch das Dampfen individueller gestalten und das Erlebnis variieren. Außerdem lassen sich dabei Kosten sparen.

Kosten

Die regelmäßige Anschaffung der Fertigcoils ist kostenintensiver, als das Selber Wickeln. Wer regemäßig dampft, für den lohnt sich die Anschaffung der notwendigen Geräte. Zwar braucht man einige Werkzeuge, wie ein Messgerät für den Widerstand, ein spezielles Werkzeug, das eine gleichmäßige Wicklung ermöglicht, oder eine spezielle Pinzette, im Laufe der Zeit rechnen sich diese Investitionen aber. Wer nur hin und wieder dampft, muss überlegen, ob sich der Kauf lohnt. Hier könnten fertig gewickelte Drähte, wie man sie bei Shops, wie TastE-smoke bestellen kann, die Lösung sein. Sie müssen nur noch befestigt und mit der Watte versehen werden.

Geschmack

Die Menge des Liquids, das verdampft wird und die Temperatur haben einen Einfluss auf den Geschmack. Damit kann man mit selbst gewickelten Coils auch den Geschmack verändern. Mitunter kann ein Liquid deutlich intensiver schmecken, wenn es mit anderer Menge und Temperatur verdampft wird.

Dampfmenge

Die selbst gewickelten Verdampferköpfe ermöglichen die Regulierung der Dampfmenge. Inhaliert man den Dampf nicht, sondern behält ihn größtenteils im Mund, dann ist eine geringere Dampfmenge ausreichend. Wer tiefe Lungenzüge nimmt, der braucht größere Mengen. Durch die Größe der Wicklung und die Temperatur kann man die Dampfmenge regulieren und so anpassen, dass das Erlebnis beim Dampfen optimal ist. Hier muss man aber bedenken, dass viel Dampf auch bedeutet, dass viel Liquid verbraucht wird.

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Die Dampfmenge kann entscheidend für das Erlebnis sein

Selber wickeln – Die Nachteile

Auch das selber wickeln hat seine Nachteile. Aus diesem Grund werden auch weiterhin große Mengen an Fertig Coils verkauft.

Arbeitsaufwand

Um Coils selbst zu wickeln braucht man Zeit. Außerdem handelt es sich um eine Arbeit, bei der man viel Fingerspitzengefühl braucht. Drähte müssen in winzige Löcher geschoben und mit kleinen Schraubendrehern fixiert werden. Das ist nicht jedermanns Sache.

Kurzschluss

Auch wenn nur wenig Spannung im Spiel ist und keine Gefahr für den Nutzer besteht, kann man den Akkuträger mit einem Kurzschluss beschädigen. Moderne Geräte haben dazu zwar eine Sicherung, setzt man aber auf ein älteres, einfaches Modell, dann kann es zu Schäden kommen, wenn man einen Fehler macht.

Selbst wickeln, oder Fertig Coils

Wie bei vielen anderen Fragen lässt sich hier auch keine allgemeingültige Antwort finden. Dampfen ist grundsätzlich billiger, als zu rauchen. Die Kosten für die Fertig Coils fallen also beim Umstieg kaum ins Gewicht. Hauptargument für das selbst Wickeln ist also die Möglichkeit das Erlebnis individuell zu gestalten. Hat man den Einstieg hinter sich und erste Erfahrungen mit fertigen Coils gemacht, dann ist das selbst Wickeln ein sinnvoller nächster Schritt. Dampfen bedeutet Genuß. Diesen Genuß kann man noch steigern und das Dampfen zu einem echten Hobby ausbauen.


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